Ich bin Klang – und Dein Universum ist es ebenfalls
Ich bin Klang – und Dein Universum ist es ebenfalls
Ich bin Klang. Mein Universum ist Klang. Das sage ich oft. Wenn man mich fragt, was oder wer ich bin, kann das schon einmal meine Antwort sein. Ich habe nicht so sehr nach dem Sinn des Lebens gesucht, da ich das Leben selbst als Sinn empfinde. Was daran zu erweitern wäre, ist, das Leben in seinen Vernetzungen, Zusammenhängen und endlosen Flüssen zu begreifen.
„Ich bin Klang“ bedeutet nicht, dass nur ich Klang bin. Ich will damit sagen: Du bist Klang, Dein Universum ist Klang. Joachim-Ernst Berendt, der große Erforscher des Hörens und Autor von Nada Brahma – Die Welt ist Klang, hat dies auf die Formel gebracht, dass die Welt selbst Klang und Schwingung ist – ein Prinzip, das von der indischen Weisheit über Pythagoras bis zur modernen Physik reicht, in der Materie als Vibration erscheint („Klang ist gewisser als Zeit und Materie“).¹
Individuelle Wege im gemeinsamen Klang
Das kann ganz schön anstrengend sein. Jeder Mensch wird in einer anderen Denke und Vorstellung groß. Das Erleben, Hineinwachsen ins Leben und Sein sowie das Durchschreiten des Lebens ist für jeden Menschen hoch individuell und nicht an die gleichen Faktoren gebunden. Wir alle leben von und im Verbund mit unserer Erde, den vielseitigen Elementen und dem Universum. Das verbindet uns. Doch jeder entfaltet sich in seiner Vielfalt und den unendlichen Möglichkeiten anders. Manche Menschen – besonders jene fern der europäischen Länder – sind sehr mit vielem, wenn nicht mit allem verbunden. Andere ergeben sich dem Gedanken, das Universum sei eine Maschine reiner Logik und Wissenschaft, die sich ohnehin jede Sekunde verändert.
Diese stetige Veränderung ist das, was Nationen und Menschen, die sich stark mit der Alleineinheit verbinden und bereit sind, in ein ganzheitliches Verständnis hineinzuwachsen, besser hinnehmen können. Die Welt ist ein stetiger Fluss, die Zeit fließt ebenfalls und zwar immer nach vorne – auch wenn der Blick nach oben, in die Welt der Planeten, in die Vergangenheit führt. Jeder unserer Gedanken, Handlungen und alles, was wir tun, speichert sich energetisch im Gedächtnis des Universums ab und trägt wahrscheinlich zur Expansion des Universums (wenn nicht der Universen) bei. Und wer weiß schon, wo man darin – insofern man daran glaubt – seine vielen Leben verbracht hat.
Gegenwart, Vergangenheit und das Wachsen durchs Leben
Jede Lebensgeschichte setzt sich aus der Vergangenheit zusammen, die es gegeben haben muss, denn sonst gäbe es uns nicht. Trotz des linearen Zeitverhaltens befinden wir uns nur so kurz in der Gegenwart, dass man den Zeitraum kaum empfinden kann. Kaum hat man geatmet, ist der Moment wieder Geschichte – und Atemzug für Atemzug bewegen wir uns durch die Zeit.
Während wir in die Zukunft wachsen, entwickeln sich Körper und Geist. Nur einen kurzen Zeitraum – etwa ein Viertel des Lebens, im Frühling des Lebens – wachsen Körper und Geist in eine Vollkommenheit und Blüte hinein, um dann ganz langsam überreif zu werden. Diese Überreife hat mit Verlusten des Topzustands unseres Körpers zu tun, was wiederum die perfekte Grundharmonie und Schwingung der ersten Lebensjahre verändert.
Bewusstsein, Blockaden und harmonische Reife
Hier kann man ansetzen. Je mehr wir uns unseres holistischen Seins, dem Zusammenspiel der Elemente in unserem Leben sowie der Reaktion unseres Körpers auf die Welt da draußen bewusst werden, desto länger und besser können wir uns in einer harmonischen Reife entwickeln. Wir können uns helfen, Blockaden – die eher Schutzmechanismen sind – zu entschlüsseln und freizulassen, den Körper und Geist wieder einander näher und in harmonischere Gefilde zu bringen.
Seelische Ungleichgewichte, Ängste, Kummer und Sorgen können leicht krank machen, und umgekehrt kann eine einfach so hereingeschneite Krankheit kann den Geist ganz schön herausfordern. In allen Fällen sind die Frequenzen der Stellen in Körper und Geist aus den Fugen geraten, die sich bei einer guten Schwingung wieder einpendeln könnten.
Nicht umsonst macht uns gute Musik froh, traurig, nachdenklich, müde oder kreativ. Es gibt aber auch Musik oder Klangmöglichkeiten, die durch ihre Frequenzen und Schwingungen wieder in harmonischere und gesündere Aspekte führen. Berendt erinnerte daran, dass „bevor wir Musik machen, die Musik uns macht“ – die Schwingungen des Universums formen uns, bevor wir selbst klingen.²
Klang als Werkzeug – Verantwortung selbst in die Hand nehmen
Der Klang kann also in allen Varianten des Lebens eingesetzt werden. Es gibt Klangpraktiker oder Therapeuten, die sich auf bestimmte Gebiete spezialisieren. Doch generell kann ein gut ausgebildeter und erfahrener Klangtherapeut nahezu alle Bereiche unterstützen.
Mir kommt es in meiner Arbeit vor allem auf eines an: Ich möchte den Klienten und Besuchern der Soundspaces, Workshops oder Masterclasses ein eigenes Werkzeug in die Hand geben und vermitteln, wie man anhaltend die Verantwortung und damit das Zepter für sich selbst in die Hand nehmen kann. Das schließt nicht aus, dass man Hilfe von außen zu jedem Zeitpunkt in Anspruch nehmen sollte, der danach ruft. Dennoch sollte man immer Chef der Angelegenheit bleiben. Und das bedeutet, im eigenen guten Klang, im Einvernehmen mit sich selbst, Körper und Geist zu leben oder sich wieder dahin zu bewegen.
Das geschieht nicht in einer Stunde. Es erfordert Training, Verständnis und Selbstdisziplin. Doch ist der Klang innerhalb meiner Methode – durch gezielte Klangräume, Gespräche und Ruhetechniken – Dein eigenes Tool, um den Findungsprozess zu Deinem eigenen persönlichen Weg zu unterstützen. Innen wie außen. Das bedeutet, dass die Methode im persönlichen Alltag – vom Privat- über Familienleben, in der Beziehung, im Sport, Beruf, im Team, bei Lösungsfindungen und mehr – Wirkung zeigen und sehr unterstützen kann.
Ich biete nun keine reinen privaten Stunden mehr an wie früher. Online kann man jedoch sehr gut Gespräche führen und Techniken erlernen. Einzelstunden mit auf dem Körper arbeitenden Therapieschalen lassen sich stets an die Masterclasses, Workshops und Soundspaces anbinden; oft können ganze Tage so eingeplant werden, dass viele Teilnehmer die Möglichkeit einer solchen Einzelstunde erleben. In Notfällen oder besonderen Situationen sit die Körperarbeit mit Klangschalen möglich. Ausnahmen können gern angefragt werden.
Bei einem Workshop, einer Masterclass, während der Vorträge in Eurer Stadt, auf dem Land, in Euren Hotels, Retreats, Kliniken, Büros, Ateliers, Studios, Sälen – wo auch immer – können wir zusammenkommen und eine klangvolle Zeit verbringen. Wenn Ihr Soundspaces wünscht, so bitte immer an besonderen und schönen Orten.
Persönliche Erfahrungen und der Zusammenklang
Als ich vor vielen Jahren mit den Klangräumen und der Arbeit begonnen habe, hat man mich nicht wirklich ernst genommen. Doch war ich immer zuversichtlich, dass diese wertvolle, entspannende, wunderbare Methode die Welt erobern würde. Ich stand mit 15 Jahren mit super guten Musikern auf der Bühne, habe Festivals geleitet, Kunstveranstaltungen, Schauspielpreise, Salons, immense Dinnerveranstaltungen und mehr inszeniert, begleitet und mitgestaltet. Später habe ich schwer kranke Freunde, Familienmitglieder und Klienten begleitet, Erfahrungen in Krisensituationen im eigenen Land, an u.a selbst mitbegründeten Schulen, in Institutionen und mehr gemacht, sowie mit eigenen Institutionen in Krisen- und Kriegsländern wie Afghanistan lange Jahre Erfahrungen gesammelt, die mich geschliffen und für die immensen Herausforderungen der heutigen Tage vorbereitet haben.
Es kam immer und immer wieder auf den Zusammenklang, den Ton, die innere Ruhe, die innere Reise, den Umgang mit Zeit, den Gedanken, Worten, Handlungen und mehr an. Und das alles ist Klang, das ist Schwingung. Das bist Du oder das bin ich, das sind wir. Wie Berendt formulierte: „Wir sind die Welt. Das heißt: Wir können die Welt nicht verändern, wenn wir zuvor nicht uns selber verändert haben.“³
Die aus den Fugen geratene Welt und der Beitrag zum Zusammenklang
Die Welt ist im Gefühl vieler Menschen aus den Fugen geraten. Ich gehöre zu denen, die das Im Vorfeld haben kommen sehen. Die Zeit hat ihre Regeln und der Mensch eben auch. Wenn andere den Baum von der einen Seite betrachten, aber nicht ganz um diesen herumgehen, werden sie den Baum, vor dem sie stehen, nicht ganz erfassen. Dann ist es egal, was der erzählt, der oft den Baum umrundet, um seine Veränderung zu sehen. Die einseitigen Betrachter möchten im Jetzt leben und sind so vollen Alltagen ausgesetzt, dass sie keine Zeit für Extrarunden haben – auch das nimmt in unserer Welt zu. Die Ablenkung und das Gefühl, gerade so durch den Tag zu kommen. Ein ziemliches Schwingungsdurcheinander, eine drohende Disharmonie.
Ich möchte von Herzen dazu beitragen, ein Stück weit gute Schwingung, einen guten Zusammenklang und damit ein besseres Miteinander zu unterstützen. Indem ich meine Arbeit mache und hoffentlich bewirken kann, dass so viele Menschen wie möglich viel Gutes für sich und andere tun können, hoffe ich, Euch zu unterstützen – was auch immer Euch bewegt, etwas an oder mit Euch zu tun, sodass Ihr ganz, gesünder und froh werdet.
Der Klang des Alters – auf dem Weg zum Urgestein
Ganz zum Schluss noch etwas zum Klang des Alters. Ich bin auf dem Weg, ein Urgestein zu werden – das habe ich auch vor. Den Winter des Lebens habe ich betreten und finde das ganz wunderbar. Man wird mehr “wie ein großer expandierender Baum”, mit seiner sichtbaren tiefen Rinde und den verborgenen Altersringen: ruhiger, verbundener. Das und mehr.
Der Winter des Lebens hat seinen eigenen besonderen Klang. Das schlägt sich auch in meinen Workshops und Masterclasses nieder, die stets den Jahreszeiten und Elementen angepasst werden.
Seit meinem 15. Lebensjahr habe ich intensiv mit Stimme, Klang und Extremsituationen sowie wirklich vielen verschiedenen Menschen zu tun gehabt. Ich stand jung auf der Bühne und sang mich in die Herzen, bis ich hinter die Bühne ging und anderen die Plattform gab. Aber es hatte immer und fast jeden Tag meines Lebens mit den Harmonien und Disharmonien in den verschiedensten Ländern, Situationen und Institutionen der Welt zu tun.
Ich habe von Kindheit an intuitiv den Lebenswinter beobachtet. Früher waren diese Menschen im vierten Lebensalter mein Lebenselixier, mein Kraftpol. Schon als Kind verschlang ich die Weisheit, Geschichten und Lebenskraft des weisen, weiten, leuchtenden Landes Winter des Lebens.
Das Thema des vierten Lebensalters ist dabei ganz besonders. Gerne vermittle ich in Vorträgen und Workshops, wie Ihr Euch unterstützen könnt, gesund, stolz und zufriedener in diese Zeit hineinzuwachsen. Wir brauchen diese weisen, stolzen, erfahrenen alten Menschen, die bereit sind Säulen der Gesellschaft zu sein!
Dazu mehr im nächsten Blog und gerne auch im Vortrag und Workshop.
Zum guten Schluss drehe ich ein Zitat von Joachim-Ernst Berendt, einem persönlichen Papst der Klanggeschichte, um:
„Jeder Frieden in der Welt, auch der entfernteste, ist mein Frieden. Frieden ist in der Welt, weil Frieden in mir ist!“
Bis zum nächsten Blog, über die weiße, weite, leuchtende Welt des Lebenswinters.Vielen Dank!
¹ Joachim-Ernst Berendt, Nada Brahma – Die Welt ist Klang (1983); Kapitel zur modernen Atomphysik („Klang ist gewisser als Zeit und Materie“). Berendt zeigte, dass fundamentale Materie vibriert und Vibrationen theoretisch als Klang verstanden werden können.
² Berendt: „Bevor wir Musik machen, macht die Musik uns“ bzw. „At the root of all power and motion, there is music and rhythm… Before we make music, music makes us.“
³ Aus der Einleitung zu Nada Brahma: „Wir sind die Welt. Das heißt: Wir können die Welt nicht verändern, wenn wir zuvor nicht uns selber verändert haben.“